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Factoring-Ablauf: Schritt für Schritt mit Rechenbeispiel

Wie läuft Factoring in der Praxis konkret ab? Dieser Beitrag zeigt den Weg von der Vertragsunterzeichnung bis zur finalen Restzahlung und rechnet ein Beispiel mit echten Zahlen durch.

Von der Rechnungsverkauf24-Fachredaktion Fachlich geprüft 6 Min. LesezeitAktualisiert: 6. Juli 2026

Factoring-Ablauf: Schritt für Schritt mit Rechenbeispiel

Schritt 1: Rahmenvertrag und Einrichtung

Am Anfang steht ein Rahmenvertrag zwischen Unternehmen und Factor. Darin werden Konditionen, Auszahlungsquote, Gebühren und die einbezogenen Debitoren festgelegt. Der Factor prüft dabei die Bonität der Kunden und richtet die Limite ein.

Diese Einrichtungsphase durchläuft man einmalig. Danach wickelt sich das laufende Factoring weitgehend standardisiert ab.

Schritt 2: Rechnungseinreichung und Veritätsprüfung

Sobald eine Leistung erbracht und die Rechnung gestellt ist, reicht das Unternehmen sie beim Factor ein, heute meist digital über eine Schnittstelle oder ein Portal. Der Factor prüft die sogenannte Verität der Forderung.

Die Veritätsprüfung stellt sicher, dass die Forderung tatsächlich besteht, unstrittig ist und die Leistung erbracht wurde. Nur einwandfreie Forderungen werden angekauft, das schützt beide Seiten.

Schritt 3: Auszahlung von 80 bis 90 Prozent

Nach erfolgreicher Prüfung zahlt der Factor den Vorschuss aus, üblicherweise 80 bis 90 Prozent des Bruttobetrags, oft innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Der einbehaltene Rest dient als Sicherheit, etwa für Skontoabzüge oder Reklamationen.

  • Auszahlungsquote typischerweise 80 bis 90 Prozent des Rechnungsbetrags.
  • Auszahlung meist binnen ein bis zwei Werktagen nach Einreichung.
  • Einbehalt (Sicherheitsbetrag) deckt mögliche Kürzungen ab.

Schritt 4: Zahlung des Debitors und Restzahlung

Zahlt der Kunde später die Rechnung, geht das Geld beim offenen Factoring direkt an den Factor. Dieser zieht seine Gebühren ab und überweist den einbehaltenen Restbetrag an das Unternehmen. Beim echten Factoring trägt der Factor das Ausfallrisiko, falls der Kunde nicht zahlt.

Rechenbeispiel mit Zahlen

Ein Handwerksbetrieb stellt eine Rechnung über 20.000 Euro mit 30 Tagen Zahlungsziel. Die Auszahlungsquote beträgt 90 Prozent, die Factoringgebühr 1,2 Prozent, der Vorfinanzierungszins 5 Prozent p.a.

Sofort ausgezahlt werden 18.000 Euro (90 Prozent). Die Factoringgebühr beträgt 240 Euro (1,2 Prozent von 20.000). Der Vorfinanzierungszins auf 18.000 Euro für 30 Tage ergibt rund 74 Euro. Nach Zahlung des Kunden erhält der Betrieb den Einbehalt von 2.000 Euro abzüglich der Kosten von etwa 314 Euro zurück, also rund 1.686 Euro. Alle Werte sind eine unverbindliche Schätzung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Auszahlung beim Factoring?

Nach erfolgreicher Veritätsprüfung erfolgt die Auszahlung des Vorschusses meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Die genaue Dauer hängt vom Anbieter und der Art der Rechnungseinreichung ab.

Was ist die Veritätsprüfung?

Die Veritätsprüfung stellt sicher, dass die Forderung wirklich besteht, die Leistung erbracht wurde und die Forderung unstrittig ist. Nur einwandfreie Forderungen werden angekauft, das reduziert Konflikte im Nachhinein.

Warum werden nicht 100 Prozent sofort ausgezahlt?

Der Einbehalt von 10 bis 20 Prozent dient als Sicherheit für mögliche Skontoabzüge, Reklamationen oder Kürzungen durch den Kunden. Nach Zahlungseingang wird dieser Rest abzüglich der Gebühren ausgezahlt.

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